Pflegeversicherung und Pflegegeld

Steigende Lebenserwartung durch bessere medizinische Versorgung und hohe Lebensstandards ermöglichen ein komfortables Leben bis ins hohe Alter. Dass dies natürlich erhöhte Kosten nach sich zieht, ist nicht vermeidbar. Dazu kommt der demographischer Wandel. Die Geburtenrate und Sterberate stehen nicht mehr in einem guten Verhältnis. Dass wir durchschnittlich länger leben als früher, ermöglicht in einem nicht unerheblichen Umfang unser Sozialsystem in Form der Pflegeversicherung. Somit soll sichergestellt sein, dass auch dann noch die alltäglichen Arbeiten erledigt werden, wenn man selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.

Die Einschätzung der schwere der Hilfebedürftigkeit wird in drei Pflegestufen vorgenommen:

Pflegestufe I
(erhebliche Pflegebedürftigkeit)
durchschnittliche Hilfebedürftigkeit von mindestens 90 Minuten pro Tag (davon müssen mehr als 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen)
Pflegestufe II
(schwere Pflegebedürftigkeit)
durchschnittliche Hilfebedürftigkeit von mindestens 180 Minuten pro Tag (davon müssen mehr als 120 Minuten auf die Grundpflege entfallen)
Pflegestufe III
(schwerste Pflegebedürftigkeit)
durchschnittliche Hilfebedürftigkeit von mindestens 300 Minuten pro Tag (davon müssen mehr als 240 Minuten auf die Grundpflege entfallen)
zusätzlich muss auch nachts (zwischen 22 und 6 Uhr) regelmäßig Grundpflege anfallen

Die individuelle Einstufung in die Pflegestufen nimmt der Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK) vor. Danach richtet sich letztendlich auch die Höhe des Pflegegeldes, das dann in Anspruch genommen werden kann. Hier wird nochmal unterschieden:

Leistungen bei häuslicher Pflege durch selbst beschaffte Pflegepersonen

Pflegestufe 2011 2012
I 225 EUR 235 EUR
II 430 EUR 440 EUR
III 685 EUR 700 EUR

Leistungen bei Pflege durch ambulanten Pflegedienst oder teilstationäre Pflege

Pflegestufe 2011 2012
I 440 EUR 450 EUR
II 1040 EUR 1100 EUR
III 1510 EUR 1550 EUR

Bei häuslicher Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst spricht man von so einer genannten Pflegesachleistung. Diese Leistung kann auch in Kombination mit Pflegegeld gezahlt werden.

Trotz dieser nicht unerheblichen Zuwendungen ist es für viele Pflegebedürftige kaum möglich, die Kosten für die eigene Pflege allein zu tragen, so dass die Familie per Gesetz mit zur Kasse gebeten wird. Neben den finanziellen Aspekten kommen häufig ethische dazu. Denn auch wenn die Kinder und Enkel ein eigenständiges Leben zu finanzieren haben, sollen die Eltern oder Großeltern auch im Pflegefall menschenwürdig leben können. Um diese Situation von vornherein zu vermeiden, sollte man sich einerseits frühzeitig in der Familie abstimmen und vorsorgen – egal, ob nun durch eine private Pflegeversicherung, sonstige Versicherungen, eigene Rücklagen oder Wohneigentum.

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